Ein Buch wie ein Film: Rettet Jan Flieger das verdorbene Genre Krimi?
Aus dem Land, in dem man Kleinkindern schussfähige Gewehre zum Geburtstag schenkt, überschwemmen uns fließbandproduzierte Rächerarien, in denen die zerstörten Nobelkarossen noch die eindruckvollsten Gesichter tragen. Hongkong tut, was die USA vortuten, bloß akrobatischer. Schweden: Zwei Wallander erübrigen das Ansehen des dritten bis fünften. Von Zeit zu Zeit blitzt Geist in britischen oder französischen Produkten auf.
O, Krimi, wer dich liebt, möchte oft mit den abgewandelten Worten König Richards ausrufen: ›Ein Königreich für ... eine geistvolle Idee!‹. Diese Idee zeugt jetzt der Leipziger Jan Flieger in seinem neuen Thriller ›Man stirbt nicht lautlos in Tokyo‹. Es ist ein Buch, das liest sich wie ein Film. Es ist die seit dem Gilgameschepos vertraute Geschichte von einem, der auszieht, die Welt zu verbessern, indem er die Bösen mit rächender Faust erledigt: Verzweifelter Vater, nahkampftüchtig, rächt seine von durchs Gesetz geschützten Gesetzlosen ermordete Tochter. Es ist ein Fliegermotiv, das sich in dessen Büchern schon lange durchzieht, diesmal nicht vor ostdeutscher oder norwegischer Kulisse, sondern einem gut recherchierten Tokyo, das beim Lesen Lust macht, eine Reise dorthin anzutreten.
Der Unterschied zum Dilettantenmüll, der sich zur Zeit in Büchern und den sogenannten ›Formaten‹ des Fernsehens breitmacht, besteht vor allem in Fliegers plastischer Sprache, der Klarheit der Struktur und der fürs Unterhaltungsgenre beachtlichen Prise an Lebensweisheit, die den Massenerzeugnissen fehlt.
Denn erst, wenn einer Sprache hat, sollte er sich drucken lassen. In diesem Sinne rettet der Altmeister den Krimi vielleicht vor dessen Untergang.
von Steffen Mohr, Leipziger Rundschau, 15. März 2013
Leipzig-Krimi: Heldin zwischen Gewalt und Latte macchiato - Rezension von Evelyn ter Vehn

Sie versteckt sich unter Perücken und hinter farbigen Kontaktlinsen. Sie schläft in einem Loch, tief in den Eingeweiden einer Industrieruine. Sie ist Kirsten Stein, die neue Heldin im Reich der Leipziger Regionalkrimis. Autorin Cornelia Lotter setzt sie in ihrem ersten Abenteuer gleich einem ›Gottesgericht‹ aus, und wurde für ihr Manuskript im November mit dem 1. Leipziger Krimipreis ausgezeichnet. Der beinhaltet die Veröffentlichung des Romans im Leipziger fhl-Verlag.
Lotter ist mutig. Sie stellt dem Leser ihre Hauptfigur zuerst als Opfer vor. Kirsten Stein - genannt Ki - ist in Leipzig abgetaucht, um sich ...
Buchtrailer ›Die Seele des Stachelschweins‹ von Anne Mehlhorn
Krimi-Couch: »Rachetrip in die Finsternis« Treffer - Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger
Neue Moderatorin - neues Konzept!
Pünklich nach der Leipziger Buchmesse gibt es eine neue Regelung bei der Lesebühne Leipzig im Leipziger Süden. Zwei eingeladene Literaten - vier angemeldete Lesende. Die ›Lesebühne Leipzig‹ ist eine offene Lesebühne. Jeder kann sich anmelden und Passagen aus seinem Lieblingsbuch vorlesen, eigene Texte präsentieren oder ein Buch vorstellen. 10 Minuten sind frei für Text und Wort. Die beiden eingeladenen Literaten lesen 15-20 Minuten. Beginn ist 20.00 Uhr mit einer maximalen Teilnehmerzahl von 6 Personen. Die Lesenden werden gebeten sich per Mail unter kontakt@lesebuehne-leipzig.de bis spätestens am Freitag vor dem Lesetermin anzumelden. Moderation Sophie Sumburane.
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Seit er an seinem größten Traum gescheitert ist, hat Noel der Welt den Rücken zugekehrt. Die Sterne zu beobachten ist das einzige, wobei er noch Freude empfinden kann. Eines Nachts entdeckt er einen Kometen, der auf der Erde [...]
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Lausige Mauscheleien mit
Ria Klug
Waschhaus Potsdam, Schiffbauergasse 6, 14467 Potsdam












